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Mittwoch, 10. September 2014

Handwerkergeschichten vom Starnberger See

wertvolle Erinnerungen

Von Dobi Hardau ZH @ fotocommunity.de
Wenn eine Person mit einem grünen Gewächs in der Hand, welches gelbe Blüten aufweist, vor einer Gruppe jüngerer Menschen steht, in die Runde fragt, wer wisse, um welche Pflanze es sich handele und einer der gefragten mit vollem Elan aufzeigt er habe eine Ahnung,... befindet man sich überwiegend in der Schule. Doch wie so oft, wird die Antwort anders ausfallen als man glaubt. „Was ist das für eine Pflanze?“ – „Ich weiß es, ich weiß es! .... Blume!“

Eine Situation, an welche man sich immer gern erinnert. Solche individuellen Erinnerungen schaffen in gewisser Weise die Identität eines Menschen. Einige von ihnen haben ihre Erinnerungen von einer Kamera festhalten lassen. So auch die Mitwirkenden in der Heimatdokumentation „Zeug und Werk – Handwerkergeschichten vom Starnberger See“. Sie berichten über spannende, lustige aber auch eindrucksvolle Ereignisse in ihrem Leben und wie sie zu ihrem Beruf gelangten. Meist handelt es sich um ein Familienunternehmen, welches von den Kindern weiterentwickelt und später geführt wird
Herr Graf in jungen Jahren im elterlichen Betrieb
Beispielsweise Herr Graf Junior, ein Bäckermeister vom Ammerland. Er half bereits in jungen Jahren im elterlichen Betrieb mit und ist in Erwachsenenalter mit vollem Herzblut dabei. Was jedoch besonders aufhorchen lässt, ist seine Aussage dazu, in wie weit ihn das frühe Mitwirken im elterlichen Betrieb und vor allem die harte Lehrzeit danach, geprägt hat. Es hat ihm viel gebracht für sein gesamtes Arbeitsleben, denn „da hast kein Interesse dran, zu sagen: ‚Jetzt hab ich nen Schnupfen, jetzt gang i zum Doktor und mach krank‘ oder sowas. Du hast Interesse dran, dass der Betrieb gut läuft.“
Welche Handwerksberufe noch am Starnberger See seit Generationen existieren und welche Rolle die Erinnerungen der einzelnen Handwerker/innen spielen zeigt der Film „Zeug & Werk –Handwerkergeschichten vom Starnberger See“ auf dem VoD Portal extrafilme.de.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Schnitzen mit Wolfgang

Die ersten Grundlagen

Schnitzen ist nicht nur eine Kunstform, es ist auch ein altes Handwerk. Meist wird dabei Holz mit diversen scharfen Werkzeugen wie Messern bearbeitet. Dabei können die verschiedensten Dinge entstehen, von monumentalen Gebäuden bis zu Skulpturen, Reliefs oder einzelnen Verzierungen. Aber wie schnitzt man richtig? Wir haben diese Frage auf Facebook gestellt, beantworten diese in mehreren Beiträgen mit Hilfe der Filmreihe „Schnitzen mit Wolfgang“.

Zuerst gilt es, das Werkzeug parat zu haben. Die verschiedenen Schnitzmesser, oder auch Stechbeitel genannt, sind wie Bleistifte mit Zahlen markiert. Die Stichzahl zeigt, wie gerade das Schnittmesser ist, sprich: je höher diese Zahl wird, desto geschwungener ist das Messer. Sprich: Ein Schnitzmesser mit der Zahl „1“ darauf ist vollkommen gerade, ein Schnitzmesser mit der Zahl „5“ weist eine Wölbung auf, wie im Bild oben gezeigt wird. Eine weitere Zahl befindet sich näher am Griff. Sie steht für die Breite der Klinge. So ist ein Schnitzmesser mit den Gravuren "1" und "40mm" 4 cm breit und vollkommen flach ohne die kleinste Wölbung.
Auch der Geißfuß, Schnitzklinge oder das gekröpfte Eisen werden nach ähnlichem Muster bezeichnet.

Bei dem Geißfuß handelt es sich um ein Messer, dessen Schnittfläche mit einem bestimmten Winkel eine Ecke bildet. Dieses eignet sich besonders gut für geschnitzte Kerbungen. Das gekröpfte Eisen kann widerum auf grund seiner Form hilfreich beim Schnitzen von Gesichtern und Händen sein.


Doch der Besitz alleine lässt noch keine Kunstwerke entstehen. Die richtige Handhabung spielt natürlich eine entscheidende Rolle. 

Der zu bearbeitende Block wird eingespannt, damit dieser nicht während des Schnitzens verrutscht. Danach kann grob die gewünschte Form entstehen in dem großzügig Holzstücke entfernt werden. Danach folgt die Bearbeitung mit großflächigen Schnitten, am Besten mit einem breiten Einser Messer, da dieses eine gerade Kante aufweist. Dabei sollte niemals nur einhändig geschnitzt werden: Mit einer Hand wird die Linienführung angesetzt, mit der anderen Hand kann der Druck ausgeübt werden.

Aber Vorsicht ist geboten: die Maserung des Holzes sollte immer beachtet werden. Geschnitzt wird überwiegend quer zur Maserung. Wer die Maserung ignoriert, hat schnell gesplitterte, anstelle von geschnitzten Bereichen.

Wie weich das Holz ist, dürfte ebenfalls nicht uninteressant sein: Mit Lindenholz lassen sich filigrane Arbeiten gut durchführen, genauso wie mit dem harten Buchsbaumholz. Wer lieber mit weicherem Holz beginnen möchte, um den Umgang mit den Werkzeugen zu üben, kann sich an Zirbelholz versuchen. Geeignet sind jedoch weit mehr Hölzer zum Schnitzen: Pappel, Birke, Eiche, Ahorn aber auch verschiedene Obstbäume. Der eigene Geschmack bezüglich Farbe und Maserung spielt bei der Entscheidung eine nicht unerhebliche Rolle.

Weiter gehts in den nächsten Blogbeiträgen.